Donnerstag, 17. Dezember 2015

Roadwalking und Schlammtrails


Durch Auckland laufe ich zusammen mit Bloody Mary und Louis, einem Australier. Ein Freund von ihm hat ein Haus in der Nähe des Flughafens. So bringen wir den Stadtabschnitt ziemlich locker rum.
Am nächsten Tag will ich wieder etwas Kilometer machen. Es geht raus aus der Stadt. Doch wie so oft hier auf der Nordinsel gibt es unendlich scheinende Straßenabschnitte. Wenigstens ist man da schnell.
Ich mache in jedem Dorf halt um zu Essen. Ein großer Vorteil der dichten Besiedelung!
Am Abend habe ich wieder einmal über 55km zurückgelegt. Hier ist das normal. Auf dem Appalachian Trail wäre das ein Spitzentag gewesen. Dies nur so zum Vergleich der physischen Herausforderung.

Am Abend treffe ich auf ein Paar aus Paris und einen anderen Franzosen, welcher den Trail allerdings nicht läuft. Zeit wieder einmal mein Französisch auszupacken.

In der Nacht regnet es. Stark, sehr stark! Dementsprechend ist der Trail am nächsten Morgen auch wieder genau nach meinem Geschmack (oder eher nicht). Matsch soweit das Auge reicht... Ein paar Enduro Fahrer scheint das zu gefallen. Ich denke diese Strecke würde einigen aus der Romesh- Gruppe auch gut gefallen!

Nach nur 35km laufe ich an einem Motel vorbei. Die Besitzerin kommt auch schon rausgesprungen: "Halt, Te Araroa Wanderer können hier gratis übernachten, duschen und waschen. Mist, eigentlich ist es noch viel zu früh, erst 16 Uhr. Ich wollte eigentlich noch 15-20km weiter laufen... Doch was soll's. Ich bleibe, esse die schlechteste Pizza und dazu ein paar Bier. Am späten Abend kommen doch tatsächlich Bloody Mary und Louis an. Nach einem 70km Tag!

Wir laufen also wieder zusammen weiter. In Hurtly helfen wir einer Deutschen und einer Französin ihre Rucksäcke zu erleichtern. Ein paar Kilogramm sind schnell gefunden!

Dann kommt wieder ein Waldabschnitt. Es läuft. Ich kann vieles fast schon im Trailrunning Stil laufen bzw. rennen.

In Hamilton plane ich den nächsten Abschnitt. Mein Verpflegungsplan, den ich irgendwo im Internet gefunden habe, sagt etwas von 5-6 Tage bis zum nächsten Ort mit einem Laden. Davor hat es aber noch ein Dorf mit Restaurants. Also zwei Tage, oder eigentlich sogar einer, Verpflegung müssen reichen.
So laufe ich dann raus aus Hamilton. Mein Ziel ist die erste Hütte auf dem Trail. Diese erreiche ich nach etwa 50 Kilometer auch ziemlich locker. Aber es ist kalt da oben. Froh kuschle ich mich in den Schlafsack.

Am nächsten Morgen gilt es zuerst den Abstieg hinter mich zu bringen. Schlamm, Schlamm, Schlamm!

Dann wieder endlose Strassen. Diesmal zum Glück nur Kiesstrassen. Etwas angenehmer zu laufen als Teerstrassen.

Dann Schafweiden und Singletrails die jedes Bikerherz hochschlagen lassen würden!

Dann überrasche ich noch zwei Wanderer, die gerade nackt ein Bad nehmen in einem Fluss. Die ersten Schweizer die ich treffe! ;-)

Pünktlich um sechs erreiche ich das Dorf, finde eine Jugendherberge und esse kurz darauf mein wohlverdientes Steak!

Am nächsten Morgen gehe ich nur ca. 15km weiter bis ins nächste Dorf. Ich beschliesse hier einen Nero zu machen und mich etwas zu erholen von den letzten Tagen. Es waren jetzt schon einige 50 km Tage... Nach 23 Tagen bin ich jetzt bei ca. 915km. Eigentlich sollte ich es etwas gemütlicher nehmen, sonst weiß ich ja nicht was ich mit dem Rest der Zeit noch anfangen soll! Vielleicht w
ieder zurück hoch laufen?!?

Bilder wie immer auf die instagram.com/putzimarc
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